Der BayStuRa begrüßt die Entscheidung einiger deutscher Hochschulen, die sich bereits dazu entschlossen haben, die Plattform X (ehemals Twitter) zu verlassen [1]. In den letzten Jahren hat die Plattform erhebliche Veränderungen durchlaufen, die kritische Fragen zu ihren Datenschutzrichtlinien, zur Moderation von Inhalten und zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung aufwerfen. Insbesondere die mangelnde Kontrolle über Desinformation, Hate Speech und rechtspopulistische Inhalte [2] gefährdet nicht nur die Sicherheit von Nutzer*innen, sondern steht auch im Widerspruch zu den Grundwerten, die Hochschulen vertreten. Die deutsche Hochschulgemeinschaft trägt die Verantwortung, sich für eine faktenbasierte Kommunikation sowie den Erhalt von demokratischen und wissenschaftliche n Werten einzusetzen, was auf der Plattform X nicht mehr gewährleistet ist. Die Präsenz auf einer Plattform, die aktiv zur Verbreitung von Demokratie – und wissenschaftsfeindlichen Inhalten beiträgt [3], ist für uns als Teil dieser Hochschulgemeinschaft untragbar.
1. Ausstieg aus Plattform X:
Der Bayerische Landesstudierendenrat fordert alle bayerischen Hochschulen auf, ihre offiziellen Accounts auf der Plattform X (ehemals Twitter) stillzulegen und ihre Aktivitäten dort vollständig einzustellen. Bestehende Accounts sollten jedoch nicht gelöscht werden, um die offizielle Namensführung der Hochschulen vor Missbrauch zu schützen. Auch zugehörige Institutionen sollen diesem Beispiel folgen. Follower*innenzahlen oder andere Werte dürfen bei dieser Entscheidung keinerlei Rolle spielen.
2. Ablehnung von Threads durch Meta:
Die Plattform Threads von Meta kann hingegen kann nicht empfohlen werden, da dort weder eine effektive Moderation noch eine zuverlässige Prüfung von Fehlinformationen gewährleistet. Meta hat angekündigt, die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfer*innen zu beenden und stattdessen ein Community Notes-System einzuführen, bei dem Nutzer*innen selbst Inhalte bewerten sollen. Kritiker befürchten, dass dies zu einer verstärkten Verbreitung von Desinformation und Hassrede führen könnte [4;5].
3. Erarbeitung adäquater Kommunikationsstrategien
Hochschulen tragen die Verantwortung zu einer effektiven Wissenschaftskommunikation. Der BayStuRa fordert die Hochschulen auf, als Teil ihrer Kommunikationsstrategie auch die Plattformwahl, sowie deren Ein- und Ausstiegsstrategien mitzubedenken.
[1] https://www.tagesschau.de/inland/hochschulen-forscher-verlassen-x-100.html
[2] https://www.tagesschau.de/faktenfinder/musk-weidel-102.html
[3] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/eu-untersuchung-x-100.html
[4] https://www.heise.de/meinung/Kommentar-Meta-ohne-ModerationZuckerberg-riskiert-das-digitale-Chaos-10230581.html
[5] Meta beendet in den USA die Zusammenarbeit mit Faktenprüfern | tagesschau.de