500 Milliarden Sondervermögen für die Infrastruktur Deutschlands: Das Ziel, die Infrastruktur voranzubringen ist für die Innovationskraft Deutschlands unerlässlich, ein Ziel, bei dem die Hochschulen nicht vergessen werden dürfen. Der Sanierungsbedarf an Hochschulen ist gravierend – Schätzungen der Stadt Hamburg zufolge fehlen bis zu 140 Milliarden Euro. Über Jahre gewachsene Investitionsstaus haben dazu geführt, dass Studierende und Lehrende in Gebäuden lernen und arbeiten müssen, die den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Von undichten Dächern über defekte Heizungen bis hin zu fehlendem WLAN – vielerorts ist die Situation untragbar. Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) fordert eine entschlossene und nachhaltige Sanierungsstrategie, die Hochschulen nicht nur instand setzt, sondern zukunftsfähig macht.
„Unsere Hochschulen sind Orte der Innovation, Bildung und Forschung – doch ihre bauliche Substanz spiegelt das nicht wider“, kritisiert Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa. „In Hörsälen mit Wasserschäden, Laboren mit veralteter Technik und Bibliotheken ohne angemessene Arbeitsplätze lässt sich keine erstklassige Wissenschaft betreiben. Es ist höchste Zeit, dass die Sanierung von Hochschulen auf die politische Agenda kommt und nicht weiter vertagt wird.“
Die Mängel sind nicht nur eine Belastung für den Hochschulbetrieb, sondern gefährden auch die soziale und ökologische Zukunftsfähigkeit der Hochschulen. Barrierefreiheit ist häufig unzureichend, was Studierenden mit Beeinträchtigungen massive Hürden im Studienalltag bereitet. Gleichzeitig sind viele Hochschulgebäude energetisch veraltet, was zu steigenden Betriebskosten führt. „Wer exzellente Wissenschaft fördern will, muss für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen“, ergänzt Jakob Sehrig, Sprecher des BayStuRa. „Es braucht einen strukturierten und langfristig finanzierten Sanierungsplan, der Hochschulen modernisiert, barrierefrei gestaltet und energetisch auf den neuesten Stand bringt.“
Die Verantwortung für eine nachhaltige Sanierungsoffensive liegt nicht allein bei den Hochschulen, sondern muss von Bund und Ländern gemeinsam gestützt werden. Statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen oder kosmetischer Reparaturen fordert der BayStuRa eine langfristige Strategie mit verbindlichen Zusagen zur Finanzierung und Umsetzung der Sanierungsprojekte: „Bei den aktuellen Anträgen über Sondervermögen darf die Sanierung von Hochschulen auf keinen Fall vernachlässigt werden”, so die Sprecher*innen des BayStuRa.
„Hochschulen sind nicht nur Orte des Lernens und Forschens, sondern auch zentrale Bestandteile gesellschaftlicher Entwicklung. Eine marode Infrastruktur ist eine Belastung für alle. Gebäude, in denen es durch die Decke regnet, eignen sich nicht als Bibliotheken“, betont Nils Weber, Sprecher des BayStuRa. “Die Sanierung unserer Hochschulen muss zur Priorität werden, damit Wissenschaft und Bildung in Deutschland eine zukunftsfähige Grundlage haben.“