Code of Conduct

BESCHLUSS

Präam­bel

Der Bay­erische Lan­desstudieren­den­rat (BayStu­Ra) ist das geset­zlich legit­imierte
 Gremi­um der bay­erischen Studieren­den­vertre­tun­gen nach Art. 28 Bay­HIG. Das Gremi­um
 lebt vom Einzel­nen und von dem ehre­namtlichen Engage­ment der Del­e­ga­tio­nen und deren
 Studieren­den aus den einzel­nen Mit­glied­shochschulen. Dabei wer­den die ver­schiede­nen
 Fachrich­tun­gen und indi­vidu­ellen Hin­ter­gründe der Studieren­den aus­drück­lich begrüßt.
 Der BayStu­Ra set­zt sich für eine plu­ral­is­tis­che Hochschul­land­schaft ein, was sich
 auch im Gremi­um aktiv wider­spiegeln soll. Diese Vielfalt und die damit ver­bun­dene
 Mul­ti­per­spek­tiv­ität im Hin­blick auf die stu­den­tis­chen Belange ist eine starke
 Ressource und der Antrieb unser­er poli­tis­chen Arbeit.

 Damit die Vielfalt unseres Gremi­ums im gemein­samen Arbeit­en frucht­bar wer­den kann,
 braucht es eine Kul­tur des Respek­ts, der Offen­heit und der gegen­seit­i­gen Anerken­nung.
 Dieser hier for­mulierte “Code of Con­duct” ist die gemein­same Selb­stverpflich­tung
 dazu. Er gilt für alle Per­so­n­en, die ihre Per­spek­tiv­en und die der Studieren­den ihrer
 Hochschulen im BayStu­Ra ein­brin­gen.

 1. Umgang miteinan­der & Kom­mu­nika­tion

Wir möcht­en eine offene respek­tvolle Atmo­sphäre schaf­fen, in der sich alle Beteiligten sich­er fühlen, das Wort zu ergreifen, Fra­gen zu stellen und miteinan­der in den Aus­tausch zu treten – unab­hängig vom jew­eili­gen Erfahrungsniveau, der Hochschule oder Funk­tion im Gremi­um. Wir ver­ste­hen uns als Organ mit flachen Hier­ar­chien und ein­er reflek­tierten Fehlerkul­tur. Jede Del­e­ga­tion und jede Stimme zählt gle­ich. Unsere Posi­tio­nen und Beschlüsse wer­den gemein­sam im Gremi­um disku­tiert und beschlossen.

Unter einem guten Umgang ver­ste­hen wir:

Einan­der aktiv zuzuhören und ausre­den zu lassen. Auf Augen­höhe, wertschätzend und pos­i­tiv zu kom­mu­nizieren — (pas­siv) aggres­sives Ver­hal­ten und Sprache lehnen wir grund­sät­zlich ab. Aktiv darauf zu acht­en, dass alle Per­so­n­en zu Wort kom­men. Gegen­seit­ige Rück­sicht­nahme für den hohen Aufwand durch unser ehre­namtlich­es hochschulpoli­tis­ches Engage­ment- Wir erken­nen die ehre­namtliche Leis­tung Aller an. Auss­chließlich inhalt­sori­en­tiert und kon­struk­tiv zu arbeit­en — per­sön­liche Konflikte/Auseinandersetzungen haben in unserem Gremi­um keinen Platz. Die Mei­n­ung von jedem ist gle­ich­w­er­tig — Das „Recht des Lauteren” hat in unserem Gremi­um keinen Platz. Interne Beratun­gen ver­traulich zu behan­deln und keine Inhalte ohne Ein­willi­gung nach außen zu tra­gen. Inklu­sive Sprache und das Ansprechen aller Men­schen mit den gewün­scht­en Pronomen und Namen. Eine bar­ri­ere­freie Teil­habe für alle Inhalte zu gewährleis­ten beson­ders bei der Wahl des Ver­anstal­tung­sortes und in unser­er inter­nen Kom­mu­nika­tion.

2. Aware­ness

 Unser Gremi­um ist ein Ort, an dem sich alle sich­er fühlen sollen. Darum posi­tion­ieren
 wir uns aktiv gegen jegliche Form von Beläs­ti­gung oder über­grif­fi­gen Ver­hal­ten. Dies
 umfasst ver­bales, non­ver­bales und kör­per­lich­es Ver­hal­ten, das von der betrof­fe­nen
 Per­son nicht gewün­scht wird. Ein fehlen­des Nein ist keine Zus­tim­mung.

 Das bedeutet für uns:

  •  Wir behan­deln uns gegen­seit­ig fair und mit Respekt.
  •  Wir acht­en auf die Gren­zen aller anderen Per­so­n­en.
  •  Nur Ja heißt Ja.
  •  Wir gestal­ten gemein­sam einen inklu­siv­en Raum, in dem sich alle wohlfühlen und
     das Gefühl von Sicher­heit ver­mit­telt bekom­men.
  • Die Betrof­fe­nen-Per­spek­tive wird respek­tiert und nicht rel­a­tiviert.


3. Antidiskri­m­inierung

 Diskri­m­inierung und Aus­gren­zung – ob offen oder verdeckt, ob beab­sichtigt oder nicht
 – tolerieren wir nicht. Das gilt ins­beson­dere für Äußerun­gen und Ver­hal­tensweisen,
 die auf fol­gende Merk­male abzie­len oder diese abw­erten: Alter, Geschlecht,
 Nation­al­ität, Reli­gion, eth­nis­che oder soziale Herkun­ft, sex­uelle Ori­en­tierung,
 physis­che oder psy­chis­che Ein­schränkung und poli­tis­che Überzeu­gung im Rah­men der
 frei­heitlich- demokratis­chen Grun­dord­nung.

 Konkret posi­tion­ieren wir uns gegen: Belei­di­gun­gen, stereo­type Zuschrei­bun­gen,
 Her­ab­würdi­gun­gen und das Ver­bre­it­en diskri­m­inieren­der Inhalte, sex­is­tis­ch­er,
 ras­sis­tis­ch­er Inhalte oder anderen illib­eralen Gesellschafts­bildern (alles fernab der
 demokratis­chen Grun­dord­nung) – auch in „codiert­er” oder ver­meintlich humoris­tis­ch­er
 Form.

 Das bedeutet für uns:

  •  Alle Per­so­n­en sind in unserem Gremi­um willkom­men und wer­den respek­tvoll
     behan­delt.
  •  Bei beobachteten Vor­fällen wird im Ein­vernehmen der Per­son geholfen.
  •  Es erfol­gt eine stetige kri­tis­che Reflex­ion des eige­nen Ver­hal­tens.
  •  Vorurteile wer­den kri­tisch reflek­tiert und in gemein­samer Reflex­ion entkräftet.

 4. Umgang mit Kon­flik­ten, Kri­tik & Beschw­er­den

 Unter­schiedliche Mei­n­un­gen sind wün­schenswert und Span­nun­gen sind in einem
 poli­tis­chen Gremi­um nor­mal. Entschei­dend ist ein kon­struk­tiv­er Umgang damit.

 Damit meinen wir:

  •  Eine offene Fehlerkul­tur zu pfle­gen und sich dabei gegen­seit­ig im Umgang damit zu helfen.
  • Mit Kri­tik gehen wir kon­struk­tiv und empathisch um und das leben eine pos­i­tive Fehlerkul­tur vor.
  • Kon­flik­te frühzeit­ig und per­sön­lich bei den betrof­fe­nen Per­so­n­en anzus­prechen –
     möglichst im kleinen Rah­men ein Gespräch zu suchen.
  •  Bei Bedarf sollen die vom Gremi­um gewählten Ombudsper­so­n­en als
     Ver­mit­tlungsin­stanz oder zur Unter­stützung niedrigschwellig ein­be­zo­gen wer­den.
  •  Nie­man­den zu isolieren oder auszu­gren­zen, der einen Kon­flikt anspricht oder
     Fehlver­hal­ten meldet.
  •  Betrof­fene zu unter­stützen und ihnen Hand­lung­sop­tio­nen aufzuzeigen.

Es ist jed­erzeit möglich sich mit Anliegen — schriftlich oder mündlich (anonym
 möglich) – an das Sprecher*innenteam oder die Ombudsper­so­n­en zu wen­den. Diese
 behan­deln sie ver­traulich und ergeb­nisof­fen. Das Melden von Fehlver­hal­ten darf keine
 Nachteile zur Folge haben, da es für unsere ehrliche und offene Gremienkul­tur ste­ht.

 5. Dig­i­tale Kom­mu­nika­tion

 Chats, E‑Mails und Videokon­feren­zen sind für unsere Arbeit unverzicht­bar. Auch in
 diesen Räu­men gel­ten die gle­ichen Grund­sätze wie in physis­chen Sitzun­gen.

 Wir verpflicht­en uns:

  •  Wertschätzende und pos­i­tive For­mulierun­gen in pri­vat­en und Grup­pen­chats zu
     ver­wen­den.
  •  Das Recht, nicht abge­bildet oder aufgeze­ich­net zu wer­den, zu respek­tieren.
     Inhalte mit erkennbaren oder iden­ti­fizier­baren Per­so­n­en geben wir nur mit
     Ein­willi­gung weit­er.
  •  Wir erstellen und ver­bre­it­en keine Memes von Per­so­n­en des Gremi­ums ohne deren
     Ein­willi­gung.
  •  Keine aus dem Kon­text geris­sene Zitate oder Aus­sagen zu ver­bre­it­en.
  •  Keine belei­di­gen­den oder diskri­m­inierende Inhalte über dig­i­tale Kanäle zu
     versenden.
  •  Keine Screen­shots von ver­traulichen Inhal­ten zu erstellen, außer es sind
     triftige Gründe zur Sicherung von Infor­ma­tio­nen gegeben, die den üblichen
     Kon­text des Gremi­ums nicht über­schre­it­en.
  •  Sach­lich und umsichtig zu for­mulieren – ins­beson­dere nicht im Affekt zu
     schreiben.
  •  Inhalte aus Chats und dig­i­tal­en Besprechun­gen nur dann weit­erzugeben, wenn dies
     fach­lich erforder­lich und im berechtigten Inter­esse der Zusam­me­nar­beit ist;
     dabei acht­en wir auf Kon­text, Ver­traulichkeit und die berechtigten Inter­essen
     sowie das Ein­ver­ständ­nis der Beteiligten.
  •  Nicht-Öffentliche per­so­n­en­be­zo­gene Dat­en ander­er nicht ohne deren erforder­liche
     Ein­willi­gung weit­erzugeben.
  •  Rel­e­vante fach­liche Inhalte, Entschei­dun­gen und Arbeit­sergeb­nisse trans­par­ent
     und nachvol­lziehbar zu doku­men­tieren und zu kom­mu­nizieren.

 6. Gel­tung & Selb­stverpflich­tung

 Durch meine per­sön­liche Aktiv­ität im BayStu­Ra oder den AGs erkenne ich diesen “Code
 of Con­duct” als verbindliche Grund­lage unseres Miteinan­ders an. Ich trage aktiv dazu
 bei, die darin beschriebe­nen Werte zu leben und auch weit­erzugeben – und spreche an,
 wenn ich Fehlver­hal­ten erlebe oder beobachte.

Nach oben scrollen