Unbeschränkte Anzahl von Prüfungsversuchen

BESCHLUSS

Der fol­gende Antrag soll Let­ztver­suche aus­geschlossen Grund­la­gen­prü­fun­gen und Abschlus­sar­beit­en behan­deln.

Der soge­nan­nte Let­ztver­such bei Prü­fun­gen stellt für viele Studierende eine erhe­bliche psy­chis­che Belas­tung während der gesamten Stu­dien­zeit dar. Die Sorge, durch das endgültige Nichtbeste­hen ein­er einzel­nen Mod­ul­prü­fun­gen den Anspruch auf die Fort­set­zung des Studi­ums und die Möglichkeit auf Ausübung eines angestrebten Berufs zu ver­lieren, erzeugt nicht nur enor­men Druck, son­dern fördert auch keine gesunde und nach­haltige Ler­numge­bung. Diese dauer­hafte Unsicher­heit und der damit ver­bun­dene Druck ste­hen ein­er gesun­den Lern- und Prü­fungskul­tur ent­ge­gen. Prü­fun­gen sollen den Kom­pe­ten­z­er­werb sicht­bar machen und Studierende in ihrer akademis­chen Entwick­lung begleit­en. Ger­ade in stress­in­ten­siv­en Prü­fungsphasen wirken Let­ztver­suche häu­fig kon­trapro­duk­tiv, weil nicht nur die tat­säch­liche fach­liche Kom­pe­tenz geprüft wird, son­dern zunehmend auch die Fähigkeit, mit mas­sivem psy­chis­chen, gesund­heitss­chädi­gen­den Stress umzuge­hen. Unter­schiedliche Stu­di­en­ver­läufe und indi­vidu­elle Leben­sre­al­itäten wie Krankheit, stu­di­ener­schw­erende Beein­träch­ti­gun­gen [Quelle: Best3], Erwerb­stätigkeit, finanzielle Belas­tun­gen oder per­sön­liche Krisen kön­nen sich maßge­blich erschw­erend auf die Stu­di­en­leis­tung auswirken. Diese Fak­toren sollen durch Härte­fal­län­träge berück­sichtigt wer­den kön­nen. Ein Sys­tem, bei dem durch diesen Let­ztver­such endgültige Kon­se­quen­zen für den gesamten Bil­dungs- und Beruf­sweg entste­hen, wird diesen unter­schiedlichen Lebenssi­t­u­a­tio­nen näm­lich nicht gerecht.

Die Abschaf­fung des Let­ztver­suchs bedeutet nicht akademis­che Stan­dards abzuschaf­fen oder die Qual­ität der Lehre zu min­dern, son­dern ermöglicht lediglich eine Flex­i­bil­ität des indi­vidu­ellen Stu­di­en­ver­laufs inner­halb der begren­zten Max­i­mal­stu­dien­zeit. Darüber hin­aus unter­schei­den sich die Regelun­gen zu Let­ztver­suchen und zum endgülti­gen Nichtbeste­hen zwis­chen Hochschulen und Stu­di­engän­gen teil­weise erhe­blich. Diese Unter­schiede führen zu Ungle­ich­heit­en im bay­erischen Hochschul­sys­tem. Des Weit­eren möcht­en wir uns eben­falls für Wieder­hol­un­gen von bestande­nen Prü­fun­gen ein­set­zen um die Option der Noten­verbesserung anzu­bi­eten. Ein mod­ernes und gerecht­es Prü­fungssys­tem muss auf Fair­ness, Ver­hält­nis­mäßigkeit und Flex­i­bil­ität aus­gerichtet sowie auf die indi­vidu­ellen Leben­sum­stände der Studieren­den zugeschnit­ten sein. Endgültige Prü­fungsver­suche sollen abgeschafft und durch faire, studieren­den­fre­undliche Wieder­hol­ungsregelun­gen erset­zt wer­den. Prü­fun­gen müssen der Kom­pe­ten­zver­mit­tlung
dienen und dür­fen nicht über­pro­por­tion­al exis­ten­zielle Fol­gen für Studierende haben.

Nach oben scrollen