Beschlüsse

Gründung der Arbeitsgruppe “Digitalisierung”

Der Bay­erische Lan­desstudieren­den­rat (BayStu­Ra) richtet eine Arbeits­gruppe “Dig­i­tal­isierung”) ein. Die AG Dig­i­tal­isierung soll sich mit hochschulpoli­tis­chen Maß­nah­men zur dig­i­tal­en Trans­for­ma­tion an bay­erischen Hochschulen, ins­beson­dere in den Bere­ichen dig­i­tale Lehre, IT-Infra­struk­­tur, Ver­wal­tungs­dig­i­tal­isierung und stu­den­tis­che Mitbes­tim­mung befassen. Ziel der Arbeits­gruppe ist die Ver­net­zung der Studieren­den­vertre­tun­gen beim The­ma Dig­i­tal­isierung sowie die inhaltliche Auseinan­der­set­zung mit der Dig­i­tal­isierung an Hochschulen und kün­fti­gen konkreten Forderun­gen und Anliegen bezüglich der The­matik.

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Keine staatliche Förderung für die Desiderius-Erasmus-Stiftung

Der BayStu­Ra befür­wortet, dass die parteina­he Stiftung der AfD, die Desiderius‑Erasmus‑Stiftung, weit­er­hin nicht staatlich gefördert wird. In Deutsch­land gibt es 13 anerkan­nte Begabten­förderungswerke. Jedes dieser Werke hat den gesellschaftlichen Auf­trag, leis­tungs­fähige und außergewöhn­lich begabte Men­schen zu fördern. Die unter­schiedlichen Begabten­förderungswerke sind Aus­druck der gesellschaftlichen Vielfalt, indem sie ver­schiedene poli­tis­che, religiöse oder gew­erkschaftliche Per­spek­tiv­en abbilden. Diese Förderun­gen bein­hal­ten neben ein­er finanziellen Unter­stützung auch eine ideelle Förderung für ihre Stipendiat*innen. Das seit 2023 über­ar­beit­ete Stiftungs­fi­nanzierungs­ge­setz legt klare Voraus­set­zun­gen für die Finanzierung parteina­her Stiftun­gen fest. Eine Förderung mit Bun­desmit­teln erfol­gt erst, wenn die betr­e­f­fende Partei min­destens drei Leg­is­laturpe­ri­o­den in Folge in Frak­tion­sstärke im Deutschen Bun­destag vertreten ist. Zudem darf die Partei nicht von der staatlichen Parteien­fi­nanzierung aus­geschlossen sein und die Stiftung muss aktiv für die freiheitlich‑demokratische Grun­dord­nung sowie den Gedanken der Völk­erver­ständi­gung ein­treten. Obwohl ger­ade diese let­zten Kri­te­rien nicht erfüllt sind, rech­net die Desiderius‑Erasmus‑Stiftung ab 2026 mit staatlichen Zuschüssen in Mil­lio­nen­höhe und bere­it­et sich vor, ab 2027 Stipen­di­en an Studierende zu vergeben. Mit einem entsprechen­den Antrag der Stiftung ist dieses Jahr zu rech­nen und es zeich­net sich schon ab, dass die AfD mit Rechtsmit­teln gegen einen abschlägi­gen Bescheid vorge­hen wird. Die AfD‑nahe Stiftung bietet bere­its jet­zt eine spenden­fi­nanzierte ideelle Förderung an. So ver­anstal­tet sie Präsenz‑ und Online‑Seminare, etwa das Woch­enend­sem­i­nar „Staats­fi­nanzierte ‚NGOs‘ und ‚Zivilge­sellschaft‘ – über den linken Ver­such, Demokratie durch Demokraties­im­u­la­tion zu erset­zen“. Dort wird der SPD demokratiefeindlich­es Ver­hal­ten unter­stellt – ein Ver­stoß gegen den Beu­tels­bach­er Kon­sens. Darstel­lun­gen in dieser Art von hochkom­plex­en poli­tis­chen Geschehen entsprechen nicht dem Beu­tels­bach­er Kon­sens. Das erste Grund­prinzip des Beu­tels­bach­er Kon­sens ist das Über­wäl­ti­gungsver­bot. Hier­bei han­delt es sich darum, dass Ler­nende nicht durch Über­wäl­ti­gung an der selb­st­ständi­gen Mei­n­ungs­bil­dung zu hin­dern. Es wird die Gren­ze zwis­chen poli­tis­ch­er Bil­dung und Indok­tri­na­tion definiert. Auf­fäl­lig ist das die Desiderius-Eras­­mus-Stiftung auf ihrer Home­page und in ihren Rund­schreiben vor allem das The­ma ein­er gefährde­ten Demokratie und sich selb­st als Opfer von ange­blich demokratiefeindlichen Ver­hal­ten sieht. Das dem Beu­tels­bach­er Kon­sens zen­trale Über­wäl­ti­gungsver­bot fordert, Ler­nende nicht an selb­st­ständi­ger Mei­n­ungs­bil­dung zu hin­dern. Im 28. Rund­brief der Stiftung und auf YouTube zitiert Eri­ka Stein­bach das Buch Wie Demokra­tien ster­ben (Levitsky/Ziblatt), um die Nicht­wahl von AfD‑Abgeordneten als Auss­chussvor­sitzende rhetorisch mit der Rück­kehr des Nation­al­sozial­is­mus gle­ichzuset­zen. Das stellt aus unser­er Sicht erneut einen Bruch des Beu­tels­bach­er Kon­sens­es: Kon­tro­verse The­men wer­den ein­seit­ig dargestellt. Um kon­tro­verse poli­tis­che The­men auch kon­tro­vers in Sem­i­naren oder anderen ideellen Pro­gram­men disku­tieren zu kön­nen, müssen alle Per­spek­tiv­en dargestellt wer­den. Dadurch wird die poli­tis­che Aus­rich­tung ein­er Lehrper­son ver­hält­nis­mäßig unin­ter­es­sant, weil alle Aspek­te ein­er The­matik besprochen wer­den. Aus dem aktuellen Wirken der Desiderius‑Erasmus‑Stiftung ist nicht erkennbar, dass sie anstreben, durch ihre poli­tis­che Bil­dungsar­beit junge Men­schen in ihrer Selb­stkom­pe­tenz zu stärken, um eine poli­tis­che Sit­u­a­tion in Hin­blick auf ihre per­sön­liche Inter­essenslage zu analysieren. Die Desiderius-Eras­­mus-Stiftung ver­sucht, durch ihre Bil­dungsar­beit die par­la­men­tarische Demokratie zu unter­graben. Zudem entspricht sie durch ihr Han­deln und ihrer Nähe zur AfD als Stiftung nicht den Gedanken der Völk­erver­ständi­gung. Denn sie prak­tiziert keine poli­tis­che Bil­dungsar­beit im Sinne des Beu­tels­bach­er Kon­sens, zweck­ent­fremdet bewusst wis­senschaftliche Erken­nt­nisse und beschädigt dadurch gute wis­senschaftliche Prax­is. Unab­hängige Analy­sen – etwa der des Infor­­ma­­tions- und Doku­men­ta­tion­szen­trum für Anti­ras­sis­musar­beit e. V. – beto­nen, dass die Desiderius‑Erasmus‑Stiftung anti­demokratis­che Inhalte der AfD mit einem pseudowis­senschaftlichen Anstrich in Bildungs‑ und Forschungsstruk­turen etablieren will. Bay­erische Hochschulen sind Orte gelebter Demokratie und Diver­sität. Wir als Studierende in Bay­ern lehnen es daher entsch­ieden ab, dass die Stiftung staatliche finanzielle Mit­tel erhält, um ein eigenes Stipendi­um anbi­eten zu kön­nen. Dies würde nur dazu dienen, gefährliche Halb­wahrheit­en und schlechte wis­senschaftliche Prax­is an die bayrischen Hochschulen zu trans­portieren und kön­nte so nach­haltig die gelebte Demokratie und Bil­dungsqual­ität der Hochschulen schädi­gen. Daher lehnen wir staatliche Mit­tel für die Desiderius‑Erasmus‑Stiftung entsch­ieden ab.

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Zukunft braucht Räume – für ein Sanierungsprogramm an Hochschulen

Die bauliche und infra­struk­turelle Sit­u­a­tion an deutschen Hochschulen – und auch in Bay­ern – ist alarmierend. Mar­o­de Gebäude, undichte Deck­en, ver­al­tete Tech­nik und über­lastete Mensen sind mit­tler­weile bit­tere Real­ität und keine Aus­nahme mehr. Jahrzehn­te­lang wur­den notwendi­ge Sanierun­gen aufgeschoben. Heute erleben wir die Kon­se­quen­zen dieses struk­turellen Investi­tion­sstaus: Gebäude, die nicht mehr nutzbar sind, Lehrver­anstal­tun­gen, die in Auswe­ichräu­men oder gar dig­i­tal stat­tfind­en müssen, und Labore, in denen aus Sicher­heits­grün­den nicht mehr gear­beit­et wer­den darf. Der Bay­erische Lan­desstudieren­den­rat fordert daher eine umfassende Sanierung­sof­fen­sive, getra­gen von Bund und Län­dern, die die Hochschulen endlich zu dem macht, was sie sein soll­ten – lebendi­ge, mod­erne, sichere und nach­haltige Orte des Ler­nens, Forschens und Zusam­men­lebens. Konkrete Forderun­gen des Bay­erischen Lan­desstudieren­den­rats: Begrün­dung: Die Hochschulen sind das Rück­grat der wis­senschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwick­lung unseres Lan­des. Sie sind Orte, an denen Zukun­ft entste­ht – sei es durch die Aus­bil­dung drin­gend benötigter Fachkräfte oder durch ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs. Doch dieses Poten­zial dro­ht ver­loren zu gehen, wenn wir nicht in die infra­struk­turellen Grund­la­gen investieren. Der Sanierungsstau an deutschen Hochschulen wird von Expert*innen aktuell auf über 140 Mil­liar­den Euro geschätzt.[1] Ganze Gebäudekom­plexe stam­men noch aus den 1960er- und 1970er-Jahren und sind inzwis­chen wed­er funk­tion­al noch sich­er. Deck­en aus Spann­be­ton hal­ten keine Maschi­nen mehr aus, Labore ste­hen leer, weil sie nicht nutzbar sind, und in manchen Mensen dro­ht der Aus­fall von Strom und Lüf­tung. Gle­ichzeit­ig steigen die Studieren­den­zahlen, die Anforderun­gen an Lehre und Forschung wach­sen – aber die baulichen Voraus­set­zun­gen schrumpfen.[2] Diese Zustände gefährden nicht nur die Qual­ität von Studi­um und Wis­senschaft, sie gefährden auch Bil­dungs­gerechtigkeit. Wenn Studierende unter Kälte im Win­ter und über­hitzten Räu­men im Som­mer lei­den, wenn es an Lern­plätzen man­gelt und die Warteschlangen vor Mensen Wartezeit­en von über 30 Minuten verur­sachen, dann trifft das beson­ders jene, die sich kein ruhiges WG-Zim­mer, keinen Lap­top, kein Essen außer Haus leis­ten kön­nen. Die Sanierung der Hochschulen ist keine Zukun­ft­sauf­gabe – sie ist ein akutes Hand­lungs­feld. Wer heute ver­säumt zu investieren, riskiert nicht nur Gebäude­schä­den, son­dern gefährdet den Stu­di­ener­folg von Mil­lio­nen junger Men­schen, ver­schärft soziale Ungle­ich­heit und bremst den wis­senschaftlichen Fortschritt. Die Wis­sen­schafts- und Hochschulpoli­tik der kom­menden Jahre muss sich dieser Ver­ant­wor­tung stellen. Die Bun­de­spoli­tik hat die Pflicht, die Län­der in dieser Mam­mu­tauf­gabe zu unter­stützen. Es darf nicht länger sein, dass Hochschulpräsident*innen um Mil­lio­nen­be­träge bet­teln müssen, um Deck­en abzustützen oder Labore nutzbar zu machen. Es darf nicht sein, dass Nachwuchswissenschaftler*innen absprin­gen, weil ihre Arbeit­sräume Bau-Ruinen gle­ichen. Die gesellschaftlichen Her­aus­forderun­gen der Zukun­ft – vom Kli­mawan­del über die Dig­i­tal­isierung bis hin zur Sicherung des sozialen Friedens – lassen sich nur mit starken Hochschulen meis­tern. Und starke Hochschulen brauchen eine starke Infra­struk­tur. Die Inno­va­tion­swende, von der so oft die Rede ist, begin­nt nicht auf dem Papi­er, son­dern auf dem Cam­pus. Als Studierende fordern wir die poli­tisch Ver­ant­wortlichen auf, jet­zt entschlossen zu han­deln. Wer Bil­dung und Wis­senschaft stärken will, muss in die Räume investieren, in denen sie stat­tfind­en. Es geht nicht um Schön­heit­srepara­turen – es geht um nichts weniger als die Zukun­fts­fähigkeit unseres Lan­des. [1] hattps://www.forschung-und-lehre.de/politik/sanierungskosten-im-deristelligen-milliardenbere [2] hattps://www.gew.de/aktuelles/detailseite/30-jahre-lang-wurde-nichts-unternommen

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Beitritt in den Länderrat

Der Bay­erische Lan­desstudieren­den­rat (BayStu­Ra) wird Grün­dungsmit­glied im Län­der­rat, der als autonomes Gremi­um angegliedert an den freien zusam­men­schluss von student*innenschaften (fzs) e.V. stu­den­tis­che Belange auf Bun­de­sebene ver­tritt. Ziel des Gremi­ums ist es, eine enge Abstim­mung zwis­chen den Lan­desvertre­tun­gen und dem fzs zu sich­ern und somit bun­desweite The­men durch eine gemein­same Stimme bess­er voranzutreiben. Die Sprecher*innen vertreten die beschlosse­nen Inter­essen der bay­erischen Studieren­den im Län­der­rat und tra­gen entsprechende Beschlüsse im Namen des BayStu­Ra mit. Es wird eine Geschäft­sor­d­nung für den Län­der­rat aus­gear­beit­et, für deren Inhalte die Delegierten des BayStu­Ra aktiv Vorschläge ein­brin­gen kön­nen. Eine Zus­tim­mung zur GO obliegt den Sprecher*innen im Län­der­rat.

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Forderung nach staatlicher Regelung der Finanzierung der Psychotherapie-Weiterbildung

Der Bay­erische Lan­desstudieren­den­rat (BayStu­Ra) unter­stützt die Forderung nach ein­er geset­zlichen Regelung zur Finanzierung der Psy­­chother­a­pie-Weit­er­­bil­­dung, die nach der Reform des Psy­chother­a­pieaus­bil­dungsre­for­mge­set­zes bis­lang nicht gesichert ist. Damit schließt er sich unter anderem lange ste­hen­den Forderun­gen der Psy­cholo­gie Fach­schaften Kon­ferenz (Psy­FaKo) [1], Forderun­gen der Deutschen Psy­chother­a­peuten Vere­ini­gung (DPtV), der Deutschen Gesellschaft für Psy­cholo­gie (DGP), dem Fakultä­tentag Psy­cholo­gie (FTP) [2] und der Bun­de­spsy­chother­a­peutenkam­mer (BPTK) [3] an. Wenn keine Finanzierung für die Weit­er­bil­dung ver­ab­schiedet wird, kann es kaum neuen Fachpsychotherapeut*innen geben und die Ver­sorgung von Psy­chother­a­pie in Deutsch­land würde zunehmend ver­ringert wer­den. Bere­its jet­zt verzögert sich die Aus­bil­dung neuer Psychotherapeut*innen, da für die Abschluss­jahrgänge des neuen Sys­tems keine Weit­er­bil­dungsplätze zur Ver­fü­gung ste­hen, was die Leben­s­pla­nung der Absolvent*innen schw­er trifft und ins­beson­dere bei aktuellen und zukün­fti­gen Studieren­den zu mas­siv­er Verun­sicherung führt. Als BayStu­Ra sehen wir die Sich­er­stel­lung eines voll­ständi­gen Aus­bil­dungswegs als essen­tiell an. Wir beto­nen aber ins­beson­dere auch, dass der Man­gel an Weit­er­bil­dungsplätzen mit­tel­fristig zu ein­er mas­siv­en Ver­schär­fung der bere­its jet­zt schwieri­gen Psy­chother­a­peutis­chen Ver­sorgungslage führen wird, da viele heutige Psychotherapeut*innen alters­be­d­ingt auss­chei­den [3], was ein großes Prob­lem für die kom­plette Gesellschaft darstellt. Psy­chis­che Erkrankun­gen sind weit ver­bre­it­et – bere­its heute lei­det jede*r Dritte im Laufe ihres*seines Lebens unter ein­er psy­chis­chen Erkrankung [3] und die Wartezeit­en auf Psy­chother­a­pieplätze liegen im Durch­schnitt bei 142 Tagen [4]. Psy­chis­che Erkrankun­gen sind die Haup­tur­sache für Erwerb­s­min­derung [5] und mit steigen­der Ten­denz die drit­thäu­fig­ste Ursache für Arbeit­sun­fähigkeit, nach Erkrankun­gen des Atmungssys­tems und des Muskel-Skelett-Sys­tems [6, 7, 8]. Eine frühzeit­ige Diag­nose und Behand­lung verbessert Heilungschan­cen und ver­ringert langfristige gesellschaftliche sowie wirtschaftliche Fol­gekosten. Fol­glich ist es von entschei­den­der Bedeu­tung, diese dro­hende Ver­sorgungslücke zu schließen und weit­er­hin neue Therapeut*innen auszu­bilden – sowohl um das Leid der betrof­fe­nen Men­schen zu ver­ringern als auch um die langfristi­gen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Fol­gekosten zu reduzieren. Dafür ist eine Finanzierung der Weit­er­bil­dung für Psychotherapeut*innen abso­lut notwendig und muss schnell­st­möglich umge­set­zt wer­den. Begrün­dung: Vor eini­gen Jahren hat eine Reform des Psy­chother­a­peutenge­set­zes den Aus­bil­dungsweg für Psychotherapeut*innen an die Fachärzt*innen-Weiterbildung angeglichen, unter anderem, um prekäre Arbeits­be­din­gun­gen in der “alten” Aus­bil­dung zu verbessern. Dafür wurde das Studi­um geän­dert und nach dem Mas­ter müssen Psy­cholo­gi­es­tudierende eine fün­fjährige Weit­er­bil­dung absolvieren, um ihre Fachkunde zu erlan­gen (also mit den Krankenkassen abrech­nen zu kön­nen) [9]. Allerd­ings ist die Finanzierung dieser Weit­er­bil­dung nicht gek­lärt. Deshalb gibt es kaum Weit­er­bil­dungsplätze und wenn kein Gesetz dazu kommt, wird der erste große Abschluss­jahrgang Psy­cholo­gi­es­tudieren­der im “neuen Sys­tem” diesen Som­mer und alle darauf­fol­gen­den ihren Aus­bil­dungsweg prak­tisch nicht fort­set­zen kön­nen [10]. Das ist nicht nur für Psy­cholo­gi­es­tudierende desas­trös, son­dern bringt auch die Ver­sorgung von Psy­chother­a­pie deutsch­landweit in Gefahr. Mit ein­er Posi­tion­ierung dafür würde sich der BayStu­Ra lange ste­hen­den Forderun­gen der Psy­cholo­gie Fach­schaften Kon­ferenz (Psy­FaKo) [1], sowie Forderun­gen der Deutschen Psy­chother­a­peuten­Vere­ini­gung (DPtV), der Deutschen Gesellschaft für Psy­cholo­gie (DGP), dem Fakultä­tentag Psy­cholo­gie (FTP) [2] und der Bun­de­spsy­chother­a­peutenkam­mer (BPtK) [3] anschließen. Eben­falls eine Finanzierung gefordert hat­ten unter anderem der Bun­desrat [11], Bay­erns Gesund­heitsmin­is­terin Judith Ger­lach [12] und die Präsi­dentin der Bun­de­spsy­chother­a­peutenkam­mer Andrea Benecke [13]. [1] https://psyfako.org/berufsweg-psychotherapie/ [2] https://www.aerztezeitung.de/Politik/Finanzierung-der-Psychotherapeuten-Weiterbildung-muss-auf-die-Agenda-455982.html [3] https://www.bundestag.de/resource/blob/1029388/9fa5147a76a6547a652b97430023b72b/20_14_0234‑2–1‑_BPtK_GVSG_nicht-barrierefrei.pdf [4] https://www.bptk.de/pressemitteilungen/psychisch-kranke-warten-142-tage-auf-eine-psychotherapeutische-behandlung/ [5] https://www.deutsche-rentenversicherung.de/Bund/DE/Presse/Pressemitteilungen/pressemitteilungen_archive/2021/2021_11_30_psych_erkrankungen_erwerbsminderung.html [6] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77239/umfrage/krankheit-hauptursachen-fuer-arbeitsunfaehigkeit/ [7] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/254192/umfrage/entwicklung-der-au-tage-aufgrund-psychischer-erkrankungen-nach-geschlecht/ [8] https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/psychreport-2024_57364 [9] https://www.bundesgesundheitsministerium.de/psychotherapeutenausbildung.html [10] https://psyfako.org/weiterbildung/ [11] https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2023/0401–0500/403–23(B).pdf?__blob=publicationFile&v=1 [12] https://www.bayern.de/gerlach-fordert-von-lauterbach-mehr-einsatz-fr-psychotherapeuten-weiterbildung-bayerns-gesundheitsministerin-anlsslich-des-44-psychotherapeutentags-in-wrzburg/ [13] https://www.aerzteblatt.de/news/protest-wegen-ungeregelter-finanzierung-der-psychotherapeutischen-weiterbildung-f9782250-4b43-4968-a887-b538ffdd9235

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Grundsatzprogramm BayStuRa 2035

Das vor­liegende Grund­satzpro­gramm dient dem Bay­erischen Lan­desstudieren­den­rat als strate­gis­che Ori­en­tierung und bietet Mit­gliedern eben­so wie Verantwortungsträger*innen des Gremi­ums einen Rah­men. Das Pro­gramm definiert Ziele und Prinzip­i­en, die als Grund­lage für Entschei­dun­gen und Entwick­lun­gen dienen. Mit unserem Grund­satzpro­gramm skizzieren wir unsere Vision der Hochschul­land­schaft im Jahr 2035, um ein erstrebenswertes Ziel­bild zu verdeut­lichen. Die sich anschließen­den konkreten Maß­nah­men beschreiben mess­bar und zeitlich fix­iert die notwendi­gen Schritte, die von Studieren­den, Hochschulen und Poli­tik ein­geleit­et wer­den müssen, um die Vision Wirk­lichkeit wer­den zu lassen. Kurzüber­sicht Vision der Hochschul­land­schaft 2035 Forschung, Lehre und Studi­um Studierende ler­nen nicht mehr nur für den Abschluss, son­dern zur direk­ten Anwen­dung ihres Wis­sens. Dig­i­tale Kom­pe­ten­zen sind nicht mehr nur ein Zusatz, son­dern ein selb­stver­ständlich­er Bestandteil jedes Stu­di­en­gangs. Studierende arbeit­en unter anderem in inter­diszi­plinären Teams an realen Her­aus­forderun­gen, die in Koop­er­a­tion mit Unternehmen und Forschung­sein­rich­tun­gen entwick­elt wer­den. Prak­tis­che Erfahrun­gen wer­den bess­er anerkan­nt und fließen direkt in die Stu­di­en­leis­tun­gen ein.  Neben fach­lich­er Exper­tise wer­den gezielt Soft Skills wie Kom­mu­nika­tions­fähigkeit, Tea­mar­beit und Kreativ­ität gefördert. Interkul­turelle Kom­pe­tenz ist durch inter­na­tionale Zusam­me­nar­beit und prax­is­na­he Pro­jek­te fes­ter Bestandteil der Aus­bil­dung. Hochschulen weltweit sind dig­i­tal und organ­isatorisch ver­net­zt, um Studieren­den den Zugang zu glob­alen Ressourcen, Aus­tausch­pro­gram­men und inter­na­tionalen Forschung­spro­jek­ten zu ermöglichen. Virtuelle Net­zw­erke und län­derüber­greifende Koop­er­a­tio­nen erle­ichtern die Zusam­me­nar­beit und schaf­fen ein glob­ales Ler­num­feld. Die enge Zusam­me­nar­beit mit der Wirtschaft stellt sich­er, dass Stu­di­en­in­halte den aktuellen Anforderun­gen des Arbeits­mark­tes entsprechen. Unternehmen sind in die Lehre einge­bun­den, bieten Men­­tor­ing-Pro­­gramme an und beteili­gen sich an prax­is­na­hen Pro­jek­ten. Studierende prof­i­tieren von frühen Praxis­er­fahrun­gen, wodurch der Über­gang in den Beruf erle­ichtert wird. Prü­fungs­for­mate haben sich mod­ernisiert: Anstelle star­rer Klausuren ste­hen kom­pe­ten­zori­en­tierte Prü­fun­gen, kon­tinuier­liche Leis­tungs­be­w­er­tun­gen und pro­jek­t­basierte Arbeit­en im Fokus. Das Studi­um ist indi­vid­u­al­isiert und berück­sichtigt unter­schiedliche Lern­typen, Bedürfnisse und Leben­sre­al­itäten der Studieren­den. Ein weit­eres Ker­nan­liegen ist die Berück­sich­ti­gung der men­tal­en Gesund­heit in der Lehre. Beson­ders die Staat­sex­am­i­na wur­den reformiert, um Druck zu reduzieren und nach­haltiges Ler­nen zu fördern. Eine Wis­sens­abfrage des gesamten Stoffs einiger Semes­ter auf wenige Tage find­et nicht mehr statt. Stattdessen wer­den bere­its während des Studi­ums Leis­tun­gen tat­säch­lich anerkan­nt und find­en Aus­druck in vollinte­gri­erten, akkred­i­tierten Bach­e­lor­pro­gram­men. Studierende erhal­ten Unter­stützung durch Men­­tor­ing-Pro­­gramme, Coach­ing und spezielle Lehrkonzepte, die Resilienz und Acht­samkeit stärken. Ein offen­er Feed­back-Prozess zwis­chen Studieren­den, Lehren­den und Praxispartner*innen ermöglicht außer­dem eine ständi­ge Weit­er­en­twick­lung der Lehrkonzepte. Studierende kön­nen aktiv Ein­fluss auf die Gestal­tung ihres Studi­ums nehmen und tra­gen dazu bei, die Hochschulen kon­tinuier­lich an aktuelle Bedürfnisse anzu­passen. Beru­fun­gen Auch Beru­fungsver­fahren haben sich verän­dert. 2035 ist die didak­tis­che Kom­pe­tenz bei der Beru­fung von Professor*innen gle­ich­w­er­tiges Kri­teri­um zum wis­senschaftlichen Out­put. Dafür nehmen alle Neu­berufe­nen an vergüteten Fort­bil­dun­gen teil, unter anderem zu den The­men Macht­miss­brauch, inno­v­a­tive Lehre und Nach­haltigkeit. Bei diesen Beru­fungsver­fahren sind Studierende stärk­er beteiligt, wer­den für ihre Aufwände angemessen entschädigt und kön­nen beispiel­sweise ein Vetorecht ausüben. Die Probevor­lesun­gen bei den Beru­fungsver­fahren sind hochschulöf­fentlich. Es sind struk­turelle Maß­nah­men und Anreize imple­men­tiert, damit die Diver­sität der Professor*innenschaft die Diver­sität der Zeit abbildet und auch unter­repräsen­tierte Grup­pen gle­ichgestellt sind. Nach­haltigkeit Soziale Nach­haltigkeit Studierende sind eine diverse Gruppe, die aus den unter­schiedlich­sten Per­so­n­en beste­ht und deren Leben­sre­al­ität stark vari­iert. Im Jahr 2035 kön­nen alle Studieren­den unab­hängig von ihrem vorhochschulis­chen Leben gle­ich­berechtigt und vol­lum­fänglich am Hochschulleben teil­nehmen. Studierende kön­nen unab­hängig von der finanziellen Sit­u­a­tion ihrer Eltern ein Studi­um bestre­it­en und es gibt aus­re­ichend bezahlbaren Wohn­raum für Studierende in der Nähe ihrer Hochschule. Die Lebenser­hal­tungskosten sind von den Förderun­gen, die alle Studieren­den beantra­gen kön­nen, gedeckt und die finanzielle Sit­u­a­tion ermöglicht es, sich in die Gesellschaft einzubrin­gen und am sozialen Leben teilzunehmen. Um die außeror­dentlichen Kosten während eines Pflicht­prak­tikums zu deck­en, wird diese Arbeit grund­sät­zlich vergütet. Hochschulen sind fam­i­lien­fre­undliche Orte und ermöglichen allen Hochschul­mit­gliedern eine adäquate Betreu­ung von Fam­i­lien­mit­gliedern. Vor­lesun­gen kön­nen mit Kindern besucht wer­den und es gibt Möglichkeit­en zur Indi­vid­u­al­isierung der Stun­den­pläne. Zudem gibt es zuver­läs­sige Betreu­ungsmöglichkeit­en für Kleinkinder und Kinder, um die Teil­nahme der Eltern an allen Hochschul­ver­anstal­tun­gen zu gewährleis­ten. Um eine Teil­nahme aller Studieren­den zu ermöglichen, wer­den hier­für geeignete Lehrver­anstal­tun­gen hybrid ange­boten. Zudem sind Kern­in­halte von Vor­lesun­gen im Nach­hinein online abruf­bar. Eine Prü­fungsleis­tung ist nicht an die Anwe­sen­heit in Vor­lesun­gen gekop­pelt. Men­schen mit Behin­derun­gen und oder chro­nis­chen und psy­chis­chen Beein­träch­ti­gun­gen kön­nen an allen Ver­anstal­tun­gen teil­nehmen. Alle Mitarbeiter*innen sind sen­si­bil­isiert für die Leben­sre­al­itäten von Men­schen mit Behin­derun­gen und chro­nis­chen oder psy­chis­chen Beein­träch­ti­gun­gen. Der Ein­satz von Hil­f­s­mit­teln wie bspw. FM-Anla­­gen, die die Hochschulen den Studieren­den anbi­eten kön­nen, sowie Ruheräume, sind an Hochschulen vol­lum­fänglich etabliert, finanziell vom Staat gefördert und die Infra­struk­tur ist dementsprechend an die Bedürfnisse angepasst.  Assis­ten­ztiere kön­nen mit in die Vor­lesun­gen gebracht wer­den. Studierende mit Ein­schränkun­gen des Hörens haben die Möglichkeit, dass Vor­lesun­gen auch in Gebär­den­sprache über­set­zt wer­den. Roll­stuhlfahrende haben zu allen Hochschul­ge­bäu­den bar­ri­erear­men Zugang und eine zuver­läs­sige und adäquate Pflege und Beleuch­tung der Wege. Das The­ma Gesund­heit hat einen beson­deren Stel­len­wert in der bay­erischen Hochschul­land­schaft. Ger­ade ein Studi­um kann durch den Leis­tungs­druck und Prü­fungsstress eine gesund­heitliche Belas­tung darstellen. Studierende erleben darum an ihren Hochschulen einen empathis­chen Umgang mit gesund­heitlichen Prob­lematiken. An den Hochschulen gibt es Beratungs- und Aktion­sange­bote, um ein größeres Bewusst­sein für diese The­matik zu schaf­fen und um das cam­pusweite Wohlbefind­en und die men­tale Gesund­heit zu fördern. Die Hochschulen in Bay­ern sind Orte, an denen Men­schen mit unter­schiedlichen Geschlecht­si­den­titäten, Eth­nien und Reli­gio­nen respek­tvoll behan­delt wer­den. Hochschul­ge­mein­den haben eine offene und empathis­che Hal­tung und konkrete Pläne zur Förderung der Gle­ich­stel­lung. Um Studierende unter­schiedlich­er Glauben­srich­tun­gen zu unter­stützen, gibt es Med­i­ta­tion­sräume, die auch für Gebete oder andere religiöse Prak­tiken genutzt wer­den kön­nen. Auch sind flächen­deck­end Hygie­n­eartikel bere­it­gestellt. Die Beno­tung der Studieren­den ist unbee­in­flusst von solchen Fak­toren wie Namen, Herkun­ft oder Geschlecht­si­den­tität. Zudem gibt es regelmäßi­gen Aus­tausch unter den Studieren­den und Mitar­bei­t­en­den der Hochschulen zu den unter­schiedlichen Geschlecht­si­den­titäten, Eth­nien und Reli­gio­nen. Die bay­erischen Hochschulen sind tran­skul­turell. Ökol­o­gis­che Nach­haltigkeit 2035 haben sich auch die Mensen erhe­blich gewan­delt, sie bieten Gerichte aus haupt­säch­lich regionalen und saisonalen Pro­duk­ten an. Die Stan­dard­gerichte sind preiswert, abwech­slungsre­ich und voll­w­er­tige Mahlzeit­en. Außer­dem sind sie veg­an und kli­mascho­nend aus­gelegt. Tierische Beila­gen gibt es option­al dazu, sie stam­men aus der Region und entsprin­gen biol­o­gis­ch­er, art­gerechter Hal­tung. Aller­gene wer­den trans­par­ent gekennze­ich­net und es gibt Alter­na­tivgerichte für Studierende mit Unverträglichkeit­en. Durch eine ökol­o­gisch verträgliche Kreis­laufwirtschaft der gesamten Hochschul­gas­tronomie wird Lebens­mit­telver­schwen­dung min­imiert und urbane Land­wirtschaft einge­bet­tet. Die Hochschulen informieren alle

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Solidarität mit Lisa Poettinger gegen politisch motivierte Berufsverbote

Der Bay­erische Lan­desstudieren­den­rat (BayStu­Ra) sol­i­darisiert sich mit Lisa Poet­tinger. Der BayStu­Ra bekun­det seine Sol­i­dar­ität öffentlich über alle Kanäle und unterze­ich­net zudem die Sol­i­dar­ität­serk­lärung „Sol­i­dar­ität mit Lisa Poet­tinger – gegen poli­tisch motivierte Berufsver­bote!“ [1]. Der BayStu­Ra fordert klare Kri­te­rien für die Beschäf­ti­gung von Angestell­ten und Beamt*innen im öffentlichen Dienst, die sich an dem aktuellen wis­senschaftlichen Kon­sens ori­en­tieren und weniger Ermessensspiel­raum für die Poli­tik bei der Bew­er­tung der indi­vidu­ellen Voraus­set­zun­gen geben. Der BayStu­Ra kri­tisiert die Begrün­dun­gen der Nicht-Zulas­­sung zum Ref­er­en­dari­at seit­ens der Bay­erischen Staat­sregierung und sieht hier poli­tis­che Gründe als großen Fak­tor der Absagen. Der BayStu­Ra warnt vor dem Präze­den­z­fall, dass Studierende und Beschäftigte aus poli­tisch motivierten Grün­den aus­geschlossen, diskri­m­iniert und ihnen Ange­bote ver­wehrt wer­den. Es ist mit chill­ing-effects zu rech­nen, bei denen die Angst vor beru­flichen Kon­se­quen­zen eine abschreck­ende Wirkung hin­sichtlich poli­tis­ch­er Äußerun­gen und Aktiv­itäten von Beschäftigten und Studieren­den hat. Der BayStu­Ra sieht die Zukun­ft von Studieren­den und Beschäftigten in Bezug auf freie Mei­n­ungsäußerung und poli­tis­che Teil­habe gefährdet.

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Forderung zum Verlassen bayerischer Hochschulen von der Plattform X (ehemals Twitter)

Der BayStu­Ra begrüßt die Entschei­dung einiger deutsch­er Hochschulen, die sich bere­its dazu entschlossen haben, die Plat­tform X (ehe­mals Twit­ter) zu ver­lassen [1]. In den let­zten Jahren hat die Plat­tform erhe­bliche Verän­derun­gen durch­laufen, die kri­tis­che Fra­gen zu ihren Daten­schutzrichtlin­ien, zur Mod­er­a­tion von Inhal­ten und zu ihrer gesellschaftlichen Ver­ant­wor­tung aufw­er­fen. Ins­beson­dere die man­gel­nde Kon­trolle über Desin­for­ma­tion, Hate Speech und recht­spop­ulis­tis­che Inhalte [2] gefährdet nicht nur die Sicher­heit von Nutzer*innen, son­dern ste­ht auch im Wider­spruch zu den Grundw­erten, die Hochschulen vertreten. Die deutsche Hochschul­ge­mein­schaft trägt die Ver­ant­wor­tung, sich für eine fak­ten­basierte Kom­mu­nika­tion sowie den Erhalt von demokratis­chen und wis­senschaftliche n Werten einzuset­zen, was auf der Plat­tform X nicht mehr gewährleis­tet ist. Die Präsenz auf ein­er Plat­tform, die aktiv zur Ver­bre­itung von Demokratie – und wis­senschafts­feindlichen Inhal­ten beiträgt [3], ist für uns als Teil dieser Hochschul­ge­mein­schaft untrag­bar. 1. Ausstieg aus Plat­tform X: Der Bay­erische Lan­desstudieren­den­rat fordert alle bay­erischen Hochschulen auf, ihre offiziellen Accounts auf der Plat­tform X (ehe­mals Twit­ter) stil­lzule­gen und ihre Aktiv­itäten dort voll­ständig einzustellen. Beste­hende Accounts soll­ten jedoch nicht gelöscht wer­den, um die offizielle Namensführung der Hochschulen vor Miss­brauch zu schützen. Auch zuge­hörige Insti­tu­tio­nen sollen diesem Beispiel fol­gen. Follower*innenzahlen oder andere Werte dür­fen bei dieser Entschei­dung kein­er­lei Rolle spie­len. 2. Ablehnung von Threads durch Meta: Die Plat­tform Threads von Meta kann hinge­gen kann nicht emp­fohlen wer­den, da dort wed­er eine effek­tive Mod­er­a­tion noch eine zuver­läs­sige Prü­fung von Fehlin­for­ma­tio­nen gewährleis­tet. Meta hat angekündigt, die Zusam­me­nar­beit mit unab­hängi­gen Faktenprüfer*innen zu been­den und stattdessen ein Com­mu­ni­ty Notes-Sys­tem einzuführen, bei dem Nutzer*innen selb­st Inhalte bew­erten sollen. Kri­tik­er befürcht­en, dass dies zu ein­er ver­stärk­ten Ver­bre­itung von Desin­for­ma­tion und Has­srede führen kön­nte [4;5]. 3. Erar­beitung adäquater Kom­mu­nika­tion­sstrate­gien Hochschulen tra­gen die Ver­ant­wor­tung zu ein­er effek­tiv­en Wis­senschaft­skom­mu­nika­tion. Der BayStu­Ra fordert die Hochschulen auf, als Teil ihrer Kom­mu­nika­tion­sstrate­gie auch die Plat­tformwahl, sowie deren Ein- und Ausstiegsstrate­gien mitzube­denken. [1] https://www.tagesschau.de/inland/hochschulen-forscher-verlassen-x-100.html [2] https://www.tagesschau.de/faktenfinder/musk-weidel-102.html [3] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/eu-untersuchung-x-100.html [4] https://www.heise.de/meinung/Kommentar-Meta-ohne-ModerationZuckerberg-riskiert-das-digitale-Chaos-10230581.html [5] Meta been­det in den USA die Zusam­me­nar­beit mit Fak­ten­prüfern | tagesschau.de

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Zukunft der Lehre

Die Lehre in der bay­erischen Hochschul­land­schaft ste­ht mit den Verän­derun­gen durch kün­stliche Intel­li­genz (KI) vor dem zweit­en großen Reformbe­darf der let­zten Jahre, nach­dem vor weni­gen Jahren die Coro­­na-Krise dig­i­tale Lehre für 400.000 Studierende ein­forderte. Gle­icher­maßen wie bei der Umset­zung dig­i­taler Lehre ste­hen Hochschulen mit Blick auf die Ein­bet­tung von KI auf unter­schiedlichen Lev­eln. Wir als Bay­erisch­er Lan­desstudieren­den­rat (BayStu­Ra) stellen die Frage: Wie sieht gute Lehre aus? Auf­grund der Dis­rup­tion durch KI bietet sich nun ein Moment, darüber zu reflek­tieren, in welche Rich­tung sich die Lehre entwick­eln soll und welche Maß­nah­men dafür notwendig sind. In acht Visio­nen stellt der BayStu­Ra auf den fol­gen­den Seit­en vor, wie die Lehre der Zukun­ft gestal­tet wer­den kann. 1. Vision: Inter­ak­tive und kom­pe­ten­zori­en­tierte Lehre Auss­chließlich monolog­a­r­tige Vor­lesun­gen sollen der Ver­gan­gen­heit ange­hören. Stattdessen soll in Zukun­ft bei Präsen­zver­anstal­tun­gen ver­stärkt auf inter­ak­tive Lehrfor­mate, wie z.B. pro­jek­t­basierte Vor­lesun­gen, prob­le­mori­en­tierte Sem­i­nare uvm. geset­zt wer­den. Durch Inter­ak­tiv­ität ergibt sich die Möglichkeit, didak­tisch mehr auf die Studieren­den einzuge­hen und gezielt auf die indi­vidu­ellen Lern­fortschritte zu acht­en. [1] Auch Lehrmod­elle wie Blend­ed Learn­ing oder Flipped Class­room oder die Ein­bet­tung von Gam­i­fi­ca­tion oder Vir­tu­al Real­i­­ty-Ele­­mente kön­nen zu ein­er Ver­tiefung des Lehrin­haltes beitra­gen [2]. Lehrende müssen hier­für durch Hochschulen geschult und qual­i­fiziert wer­den, sodass kein ver­wirren­der Meth­o­d­en­mix entste­ht, son­dern vielmehr eine zielo­ri­en­tierte, in sich stim­mige Lehre. Lehren und ler­nen auf Augen­höhe eröffnet Poten­zial für eine sichere Ler­numge­bung mit guter Fehlerkul­tur [3]. Eine solche Umge­bung ermöglicht das Aus­pro­bieren und Erproben neuer Wege und Ansätze – ein uner­lässlich­er Bestandteil für erfol­gre­ich­es Ler­nen. Große Grund­la­gen­vor­lesun­gen wird es weit­er­hin geben. Ger­ade bei diesen bietet sich eine asyn­chrone Nach­bere­itung der ver­mit­tel­ten Inhalte an [4]. Diese Vor­lesun­gen soll­ten daher mit asyn­chron dig­i­tal­en oder hybri­den syn­chro­nen inter­ak­tiv­en Ele­menten und Didak­tiken bere­ichert wer­den. Solche kön­nen z. B. Umfra­gen, Quizze oder anony­men Wis­sens­abfra­gen bein­hal­ten. Somit bekom­men auch die Lehren­den sofort Feed­back, welche Inhalte gut und welche weniger ver­standen wur­den. Als Werkzeuge sollen hier­für die Möglichkeit­en der Dig­i­tal­isierung einge­set­zt wer­den, um ein kol­lab­o­ra­tives Arbeit­en und Ler­nen ein­fach zu ermöglichen. Ins­beson­dere KI muss im Rah­men von Lehrver­anstal­tun­gen genutzt, hin­ter­fragt und kri­tisch reflek­tiert wer­den kön­nen, sodass diese Kernkom­pe­tenz erwor­ben wer­den kann. Pro­jek­t­basierte Mod­ule ermöglichen Hands-on Erfahrun­gen und Prax­is­bezug, die the­o­retis­che Grund­la­gen ergänzen und Ver­ständ­nis weit­er ver­tiefen kön­nen. Außer­dem ist es schon heute wichtig, den Studieren­den, statt rein­er Wis­sensver­mit­tlung auch Kom­pe­ten­zen im Bere­ich der Wis­sensaneig­nung und kri­tis­chen Quel­len­be­w­er­tung beizubrin­gen. Dies wird vor dem Hin­ter­grund ein­er immer dig­i­taleren Welt mit ihrer Fülle an Infor­ma­tion und Fehlin­for­ma­tion in Zukun­ft nur noch wichtiger. Daher sollen bei der Entwick­lung neuer Lehrkonzepte und ‑for­mate immer auch die Kom­pe­ten­zen­twick­lung mit fokussiert wer­den. Die Lehre der Zukun­ft ist inter­ak­tiv gestal­tet und ver­mit­telt neben Fak­ten­wis­sen auch Meth­o­d­enkom­pe­ten­zen und Soft Skills. 2. Vision: Chan­cen­gle­ich­heit für Studierende Die Forderun­gen nach asyn­chroner Bere­it­stel­lung von Vor­lesungsin­hal­ten sind nicht erst seit der Pan­demie ein The­ma, aber sie wur­den dadurch defin­i­tiv ver­stärkt. Dabei stellt das ort- und zeitun­ab­hängige Studieren ent­ge­gen vie­len Befürch­tun­gen keinen Wider­spruch zu Präsen­zver­anstal­tun­gen dar. Vielmehr kann es Studieren­den Sicher­heit geben und fördert eher den Fokus in den Präsen­zver­anstal­tun­gen. Hier­bei sollen asyn­chron bere­it­gestellte Lehrin­halte als Zusatzange­bot dienen und Präsen­zver­anstal­tun­gen nur in Aus­nah­me­fällen bzw. in enger Abstim­mung mit den Studieren­den erset­zen. Asyn­chrone und hybride Lehrfor­mate kön­nen die Teil­habe von weit­eren Studieren­den ermöglichen, weshalb sie eine gewinnbrin­gende Ergänzung darstellen kön­nen [5], [6, S. 7f.]. Zudem gibt es unter­schiedliche Gründe, warum Studierende nicht zu ein­er Vor­lesung erscheinen kön­nen, so z. B. Studierende mit Kind, par­al­lele Arbeit, Arzt­ter­mine, Krankheit. Hochschulen haben hier die Chance, sich an die gesellschaftliche Real­ität der let­zten Jahrzehnte und die erweit­erte Ziel­gruppe anzu­passen und attrak­tive Ange­bote für alle zu liefern. Durch eine asyn­chrone Bere­it­stel­lung von Lehrin­hal­ten kann unkom­pliziert sichergestellt wer­den, dass für Studierende keine Nachteile entste­hen. Diese aufgeze­ich­neten Inhalte kön­nen auch im Nach­gang je nach Wichtigkeit der Aktu­al­ität in dem jew­eili­gen Fach für ein Folgese­mes­ter wiederver­wen­det wer­den. Bei Grund­la­gen­vor­lesun­gen, deren Inhalt sich sel­ten verän­dert, ist die Bere­it­stel­lung von Aufze­ich­nun­gen in größeren Abstän­den möglich. Diese soll­ten aber mit aktuellen wis­senschaftlichen Erken­nt­nis­sen regelmäßig ergänzt wer­den. Bei der Bere­it­stel­lung live aufgeze­ich­neter Ver­anstal­tun­gen ist selb­stver­ständlich auf den Daten­schutz der anwe­senden Studieren­den zu acht­en. Auch die qual­i­ta­tiv sehr wün­schenswerte Ein­bindung von inter­na­tionalen Expert*innen wird durch ein dig­i­tales Ange­bot wesentlich vere­in­facht. Durch gut auf­bere­it­ete dig­i­tale Lehrin­halte kön­nen weit­ere Vorteile wie über­greifende Bil­dungsplat­tfor­men, neue Lehrfor­men und ein indi­vidu­elles Lern­tem­po der Studieren­den entste­hen und gefördert wer­den. Ein gut gewarteter und ansprechend auf­bere­it­eter dig­i­taler Lehrpool, der bay­ern­weit, per­spek­tivisch, aber auch europaweit zur Ver­fü­gung ste­ht, schafft Ressourcen bei den Dozieren­den und ermöglicht eine vernün­ftige Ein­bindung der dig­i­tal­en Inhalte in das Lehrange­bot. Bei diesem kön­nen beispiel­sweise oft gele­sene Inhalte in kleinen Ein­heit­en von 10–15 Minuten-Videos zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Zudem erhöht ein dig­i­tal zugreif­bares und vielfältiges Ange­bot von hochqual­i­ta­tiv­en Spezialsem­inaren und Vor­lesun­gen zwis­chen den Hochschulen die Lehrqual­ität und Frei­heit im Studi­um. Bei Lehrver­anstal­tun­gen, welche in kleineren Grup­pen par­al­lel durchge­führt wer­den, wie z. B. Tuto­rien, sollte es jew­eils ein Teilange­bot in dig­i­taler Form geben, sofern das dig­i­tale Ange­bot didak­tisch gle­ich­w­er­tig zur Präsen­z­form sein kann. Dafür und für dig­i­tale Lern­grup­pen­tr­e­f­fen sollen alle Studierende kosten­los und dauer­haft Zugang zu ein­er daten­schutzkon­for­men Videokon­feren­z­plat­tform haben. Für Chan­cen­gerechtigkeit bedarf es allerd­ings nicht nur Flex­i­bil­ität durch online-Ange­bote, son­dern auch kosten­los ver­füg­bare Hard- und Soft­ware, die die Teil­nahme an Kursen aller Art ermöglicht [7]. Auch Zugänge zu unter­schiedlichen Ressourcen wie KI-Mod­­ellen oder fach­spez­i­fis­chen Werkzeu­gen und Büch­ern müssen für alle Studieren­den kosten­los zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Par­tiell dig­i­tale syn­chrone und asyn­chrone Lehre sichert die Chan­cen­gle­ich­heit unter Studieren­den. Außer­dem fördert eine hochschulüber­greifende Ver­net­zung die Lehrqual­ität und schafft bei den Dozieren­den Ressourcen, um sich auf eine ansprechende Wis­sensver­mit­tlung zu konzen­tri­eren. [8] 3. Vision: Learn­ing Ana­lyt­ics als Ergänzung zur Erfas­sung des indi­vidu­ellen Lern­fortschritts Diese orts- und zeitun­ab­hängige Bere­it­stel­lung von Inhal­ten ermöglicht es Studieren­den auch, in ihrem eige­nen Tem­po zu ler­nen [9]. Dabei kön­nten sie neben den aus­gegebe­nen Lernzie­len auch von Learn­ing Ana­lyt­ics unter­stützt wer­den. Dies soll als frei­willige, sin­nvolle Ergänzung zum guten Unter­richt dienen und keines­falls diesen erset­zen. Eben­falls soll die Frei­heit im Studi­um durch neue Lern­meth­o­d­en und Werkzeuge nicht beschnit­ten, son­dern bere­ichert wer­den. Unnötiger und zusät­zlich­er Druck durch KI gestützte Überwachung des Lern­fortschritts muss ver­mieden wer­den. In diesen Fällen wären dig­i­tale Selb­stkon­troll­tests zu den einzel­nen Lern­mod­ulen eine sin­nvolle Alter­na­tive. Weit­ere wichtige

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​​Studentische Gesundheit​ 

Für Studierende ist die eigene Gesund­heit ein Ker­nele­ment erfol­gre­ichen Studi­ums, welch­es nur dann gesund­heits­fördernd und nach­haltig absolviert wer­den kann, wenn die Hochschulen ein entsprechen­des Umfeld bieten. Stu­den­tis­che Gesund­heit gliedert sich hier­bei in die zwei großen Teil­bere­iche psy­chis­che und physis­che Gesund­heit, welche wiederum zahlre­iche Unterthe­men bein­hal­ten, die im Fol­gen­den aus­führlich beleuchtet und unter Beach­tung von aktuellen Prob­le­men, beste­hen­den Best Prac­tices und möglichen  Entwick­lungsmöglichkeit­en aufgear­beit­et wer­den. Laut der best3-Studie [1] haben etwa 16% der Studieren­den eine stu­di­ener­schw­erende Beein­träch­ti­gung, wobei die Ten­den­zen steigen. Diese The­matik ist bish­er in der Hochschul­land­schaft stark unter­repräsen­tiert. Zugle­ich dür­fen finanzielle Rah­menbe­din­gun­gen dabei nicht aus dem Blick ger­at­en – der BayStu­Ra hat bere­its in seinem Beschluss zur stu­den­tis­chen Kranken­ver­sicherung betont, wie wichtig faire und zukun­ft­sori­en­tierte Ver­sicherungsregelun­gen für alle Studieren­den egal welch­er Biografie sind. Das vor­liegende Posi­tion­spa­pi­er soll somit ein­er­seits allen Stake­hold­ern ver­mit­teln, wie weitre­ichend das The­men­feld ist und wie viel erre­icht wer­den kann, ander­er­seits die Lösung­sum­set­zung opti­mieren und Syn­ergien schaf­fen. Hochschulen soll­ten physis­che und psy­chis­che Gesund­heit gle­ich­w­er­tig fördern und die hier­für benötigte, angepasste Infra­struk­tur bere­it­stellen. Wir fordern daher die Ein­führung und Förderung eines stu­den­tis­chen Gesund­heits­man­age­ments (SGM) an allen bay­erischen Hochschulen und Uni­ver­sitäten. Diese Forderung ist Teil eines Strate­giepa­piers des Arbeit­skreis­es gesund­heits­fördernde Hochschulen. Ein SGM kann sowohl neue Ange­bote erschließen als auch eine bessere Ken­nt­nis und leichtere Zugänglichkeit von bere­its beste­hen­den Ange­boten ermöglichen. Des Weit­eren soll­ten alle stu­den­tis­chen Gesund­heits­man­age­ments, z. B. über den Arbeit­skreis gesund­heits­fördernde Hochschulen, miteinan­der ver­net­zt wer­den. Ein­er­seits braucht es den über­greifend­en Erfahrungsaus­tausch, ander­er­seits müssen auf­grund der Het­ero­gen­ität der Hochschulen Her­aus­forderun­gen, Bedürfnisse und Ressourcen der Studieren­den jedes spez­i­fis­chen Stan­dorts einzeln ermit­telt wer­den, um ziel­gerichtete Maß­nah­men und Ange­bote entwick­eln zu kön­nen.  Heute find­en sich lei­der häu­fig Prob­leme physis­ch­er Gesund­heit im All­t­ag der Studieren­den an Hochschulen. Hierzu gibt es defin­i­tiv aller­lei Poten­tial zur Verbesserung. Hörsäle, die wed­er bar­ri­erearm noch ergonomisch aus­ges­tat­tet sind, zwin­gen Studierende in gesund­heitlich schädliche Hal­tun­gen und bilden häu­fig den Aus­gangspunkt von Rück­en­schmerzen und Verspan­nun­gen [2].  Bedenkt man, dass viele Studierende jede Woche cir­ca 15 Stun­den in Hörsälen und Sem­i­nar­räu­men ver­brin­gen, wird deut­lich, wie wichtig ergonomis­che Arbeit­splätze sind. Dies gilt selb­stver­ständlich auch für stu­den­tis­che Lern­plätze, an denen zusät­zlich zahlre­iche Stun­den ver­bracht wer­den [3]. Wir fordern für den Arbeit­sall­t­ag von Studieren­den diesel­ben Bedin­gun­gen wie für staatliche Mitar­bei­t­ende, sodass bere­its auf dieser Ebene Gesund­heit vol­lum­fänglich mitgedacht wird. Ins­beson­dere bei Ren­ovierun­gen fordern wir eine Ein­hal­tung entsprechen­der Stan­dards, aber auch bei der Neubeschaf­fung von Mobil­iar müssen entsprechende Kri­te­rien erfüllt wer­den. Um das Arbeit­en im Ste­hen zu ermöglichen, soll­ten Uni­ver­sitäts­bib­lio­theken beispiel­sweise Auf­sätze für Schreibtis­che aus­geben.  Über Arbeit­splätze hin­aus benöti­gen Hochschulen mehr Rück­zugsräume, die zwis­chen einzel­nen Lehrver­anstal­tun­gen die Möglichkeit für Pausen und Entspan­nung zulassen, sodass das kör­per­liche Wohlbefind­en an den Stan­dorten von Hochschulen verbessert wird. Hier sind oft­mals bere­its ein­fache Sitzmöglichkeit­en eine enorme Aufw­er­tung, weswe­gen im Rah­men von Gebäudekonzepten umset­zbare Erhol­ungs­flächen entste­hen soll­ten. Zusät­zliche Rück­­zugs- und Erhol­ungsräume ergänzen offene Raumkonzepte.  Im Rah­men physis­ch­er Gesund­heit soll­ten Sport­pro­gramme für Studierende aus­ge­baut und unkom­pliziert zugänglich gemacht wer­den. Beispiele wie „FAU bewegt“ oder der zen­trale Hochschul­sport an vie­len Stan­dorten sind gute Beispiele, wie sys­tem­a­tisch ein großflächiges Ange­bot geschaf­fen wer­den kann [4], [5]. Ein aus­gedehntes Sportange­bot eröffnet die Möglichkeit zum Austesten neuer Sportarten, schafft ein Gemein­schafts­ge­fühl und unter­stützt die Fit­ness der Hochschul­ge­mein­schaft. Dieses Ange­bot muss kostengün­stig sein, sodass es für alle Studieren­den, unab­hängig von ihrer finanziellen Sit­u­a­tion, zugänglich ist. Eben­so darf solch­es Pro­gramm nicht auf Kosten ander­er Sparzwänge reduziert wer­den. Ein beson­deres Augen­merk bei Blick auf das Ange­bot sollte auf gesund­heits­fördernde Pro­gramme gelegt wer­den, die beispiel­sweise auf Vielsitzer*innen spezial­isiert sind und den Studieren­den Übun­gen und Meth­o­d­en an die Hand geben, auch langfristig ihren All­t­ag gesund zu stem­men. Hier kann eine Zusam­me­nar­beit mit Krankenkassen gegebe­nen­falls zielführend sein. Um den All­t­ag zudem gesund­heits­fördernd zu unter­stützen, soll­ten Hochschul­stan­dorte der­art gestal­tet sein, dass Bewe­gung gut in den All­t­ag inte­gri­ert wer­den kann. Dies begin­nt bei hellen, gut erre­ich­baren Trep­pen­häusern und geht bis zu sicheren Rad- und Fußwe­gen. Bei großen Cam­pus emp­fiehlt sich zudem die Ein­rich­tung eines Bike-Shar­ing-Sys­tems bzw. die Entwick­lung ein­er Nutzungsvere­in­barung mit den lokalen Anbi­etern solch­er Shar­ing-Dien­ste. Bewe­gung im All­t­ag attrak­tiv zu machen, muss daher eine gemein­same Anstren­gung von Hochschul­städten, Studieren­den­werken und den Hochschulen selb­st sein. Offen zugängliche Sport­stät­ten wie beispiel­sweise Trimm-Dich-Pfade oder Tis­chten­nis­plat­ten an den ver­schiede­nen Hochschul­stan­dorten anzu­bi­eten, schafft weit­ere Optio­nen, Sport in den All­t­ag zu inte­gri­eren.  Die oben erwäh­nte Zusam­me­nar­beit mit Krankenkassen sollte zudem mit Blick auf Imp­fun­gen oder all­ge­meine Ange­bote zum Gesund­heitss­chutz in Betra­cht gezo­gen wer­den. Ähn­lich wie in großen Betrieben kann ein erweit­ertes Ange­bot für beispiel­sweise Grippeimp­fun­gen die Wahrnehmung solch­er Ange­bote erle­ichtern und somit einen erhöht­en Gesund­heitss­chutz bieten, wie 2021 im Bezug auf COVID-19-Imp­­fun­­gen bere­its von der HRK gefordert oder an der Hochschule Bre­men wahrgenom­men [6], [7]. Ins­beson­dere für inter­na­tionale und zuge­zo­gene Studierende kön­nen solche Ange­bote hil­fre­ich sein, da die Suche nach neuen Ärzten sich oft­mals schwierig darstellt. Dabei spie­len Präven­tion von und Aufk­lärung über Krankheit­en eine wichtige Rolle bei der Eindäm­mung der Ver­bre­itung dieser. Zu beto­nen ist, dass solche Ange­bote auss­chließlich frei­willig wahrgenom­men wer­den dür­fen und kein Studieren­der sich zu entsprechen­den verpflichtet fühlen sollte.  Eben­so wenig wie Studierende zur Wahrnehmung von Ange­boten zur Präven­tion gezwun­gen wer­den soll­ten, soll­ten sie dazu gezwun­gen wer­den, in Fällen von Krankheit ihre Kurse zu besuchen. In zahlre­ichen Lehrver­anstal­tun­gen gibt es eine max­i­male Zahl an Fehlt­a­gen, die das sin­nvolle Auskuri­eren viel­er Krankheit­en schw­er bis unmöglich macht. Zum eige­nen Schutz gle­icher­maßen wie zum Schutz der Mit­studieren­den soll­ten für Fälle von Krankheit­en alter­na­tive Möglichkeit­en geboten wer­den. Sei es die hybride Teil­nahme oder das Ange­bot von Nach­holter­mi­nen für einzelne Mod­ulbe­standteile. Diese Lösun­gen müssen sowohl für akute als auch für chro­nis­che, physis­che eben­so wie psy­chis­che Erkrankun­gen gefun­den wer­den. Wenn auf­grund ein­er chro­nis­chen Erkrankung eine erfol­gre­iche Teil­nahme inner­halb eines Semes­ters nicht möglich ist, sollte beispiel­sweise eine Erweiterung auf zwei Semes­ter oder eine andere Form zum Able­gen des Moduls ermöglicht wer­den. Grund­lage für solche Son­der­regelun­gen muss eine entsprechende Krankschrei­bung sein, spez­i­fis­che Lösun­gen soll­ten in Koop­er­a­tion von Beratungsstellen, Lehren­den und Studieren­den erar­beit­et wer­den. Hier­für müssen trans­par­ente, bay­ern­weit ein­heitliche Stan­dards und Lösungswege entwick­elt wer­den, auf die einzelne Beratungsstellen zurück­greifen kön­nen, und Studieren­den müssen klare Rah­menbe­din­gun­gen, auch bei Hochschul­wech­sel, gegeben wer­den. Ähn­lich müssen Regelun­gen für Nachteil­saus­gle­iche entwick­elt wer­den. Dass bere­its hochschulin­tern maßge­bliche Unter­schiede in der Hand­habung von Nachteil­saus­gle­ichen gegeben sind, wie Studierende

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